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05.06.2018

ZVEH - Digitalisierung und Weiterentwicklung der E-Marke im Fokus

Der Einfluss der Digitalisierung auf die Märkte der E-Handwerke, die Weiterentwicklung der E-Marke sowie die Bedeutung der Gebäudetechnik bei der Umsetzung der Energiewende waren Schwerpunkte der Jahrestagung des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) in München.

ZVEH-Präsident Lothar HellmannVom 23. bis 25. Mai diskutierten die Delegierten des ZVEH in den Bundesgremien über die Herausforderungen im digitalen Zeitalter. Richtschnur und Handlungsanweisung für die Arbeit des Verbandes sind dabei die „Agenda zur Digitalisierung im E-Handwerk“ und die darauf basierende „Bonner Erklärung“.

An den Sitzungen und Veranstaltungen nahmen hochrangige Vertreter aus Verbänden der Elektroindustrie, des Elektrogroßhandels, des Handwerks und aus der Versicherungswirtschaft teil. Auch Vertreter aus europäischen Handwerksorganisationen waren als geladene Gäste dabei.

Deutlich mehr Auszubildende in den E-Handwerken

ZVEH-Präsident Lothar Hellmann legte ein besonderes Augenmerk auf das Thema Nachwuchs und Ausbildung. Eine qualifizierte Ausbildung sei unverzichtbar, da die Aufgaben rund um die Geschäftsfelder Energiemanagement, Effizienzsteigerung und Gebäudeautomation durch die Digitalisierung immer anspruchsvoller würden. Umso mehr freute es Hellmann, dass es im vergangenen Jahr erneut gelungen ist, die Zahl der neuen Ausbildungsverträge im E-Handwerk signifikant zu steigern. Nach einem Plus von 4,7 Prozent im Jahr 2015 und 3,2 Prozent (2016) hat sich der Wert nun um bemerkenswerte 5,9 Prozent erhöht.

„Damit liegen wir deutlich über den Zuwächsen im Gesamthandwerk (+ 1,4 Prozent). Die Zahl der Auszubildenden hat nun die Marke von 41.500 (+ 3,4 Prozent) überschritten. Unsere Ausbildungsberufe und die damit verbundenen Zukunftsperspektiven sind attraktiver denn je für die Jugend. Die gute E-Zubis-Kampagne steuert ein Übriges bei“, so Hellmann.

Trotz der Erfolge in der Nachwuchssicherung arbeiten die Gremien des ZVEH intensiv an einer Novellierung der Ausbildungsberufe, um die Ausbildung noch passgenauer auf die Herausforderungen der Digitalisierung auszugestalten.

Weiterentwicklung der E-Marke

Mit Blick auf die erfolgreiche Markenpolitik erläuterte Hellmann die in den vergangenen zwei Jahren erarbeitete Weiterentwicklung der E-Marke. Es sei weiterhin oberstes Ziel, auf das Qualitätskonzept zu setzen. E-Marken-Betriebe werben daher demnächst mit dem Logo „Premium E-Marken-Betrieb“, das auf die überdurchschnittlich hohe Qualität der Dienstleistungen der Markenbetriebe hinweist. Gleichzeitig wurde die Sub-Marke „Innungs-Betrieb“ entwickelt, mit der Innungsmitglieder ihre Zugehörigkeit zur E-Organisation signalisieren können. „Mit dieser Weiterentwicklung wird erstmals erreicht, dass die E-Marke weiter gestärkt und zugleich für alle Innungsmitglieder zum gemeinsamen Dach der E-Organisation wird“, so Hellmann.

Politische Erfolge

Als Erfolg in der politischen Interessenvertretung des ZVEH hob Hellmann das neue Mängelgewährleistungsrechts hervor. Handwerksunternehmen können nun auch die Aus- und Wiedereinbau-Kosten im Gewährleistungsfall von der Vorhandelsstufe einfordern. ZDH und ZVEH hatten sich im Schulterschluss dafür stark gemacht. Die von den Herstellern befürchtete Flut von Gewährleistungsansprüchen blieb bislang aus. Hellmann betonte zugleich, dass der Abschluss der vom ZVEH angebotenen Haftungsübernahmevereinbarungen (HÜV) für die Industrie nach wie vor interessant ist, da mit der HÜV ein geregeltes Verfahren direkt zwischen Handwerksbetrieb und Hersteller geschaffen wird.

Mit Blick auf den Koalitionsvertrag warnte Hellmann davor, die Bedeutung der Gebäudetechnik nicht aus den Augen zu verlieren. Das Gelingen der Energiewende, der Sektorenkopplung und die „Smartifizierung des Alltags“ ließen sich nur mit modernster Gebäudetechnik erreichen.

Ehrungen

Bernd Franke (VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut) wurde mit der Ehrennadel und Urkunde geehrt. Hellmann würdigte die über Jahrzehnte währende gute Zusammenarbeit von Franke und ZVEH sowie dessen breites Wissens- und Tätigkeitsspektrum. Neben Bernd Frankes Spezialgebiet, der Prüf- und Normenarbeit, zeige er auch stets eine klare Sicht für die wirtschaftlichen Belange von handwerklich-mittelständisch geprägten Unternehmen.

Unternehmerinnenforum

Auf Begeisterung stieß auch das Unternehmerinnenforum. Der Workshop „Die Mammut-Rolle der Frau im Familienunternehmen – Wo bleibe ich dabei?“ wurde von Lorenz Wohanka (Bewegung in Balance) veranstaltet.

Die Teilnehmerinnen analysierten den unternehmerischen Alltag, in dem mitarbeitende Familienmitglieder fast immer eine Doppelrolle ausfüllen müssen. Ausgehend vom Wissen aus der Glücks- und Zufriedenheitsforschung und aus den Erkenntnissen der modernen Gehirnforschung erarbeiteten die Teilnehmerinnen in entspannter Atmosphäre ihre Möglichkeiten selbst gesund, zufrieden und von eigenen Werten angetrieben zu leben.

Die nächste Jahrestagung findet vom 12. bis 14. Juni 2019 in Berlin statt.

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